Die Cotte

Die Cotte ist ein meist sehr einfach geschnittenes Untergewand, das über mehrere Epochen sowohl von Männern, als auch von Frauen getragen wurde. Je nach Geschlecht variiert auch die Länge des Gewandes. Bei Frauen wird/wurde es knöchel- bis bodenlang getragen, bei Männern knie- bis knöchellang. Außerdem kann es sehr weit, aber auch sehr eng geschnitten und mit einer Schleppe versehen werden. Je nach Stand sind auch Verzierungen möglich. Die Variante, die ich euch vorstelle, ist relativ eng geschnitten, bodenlang und weitgehend ohne Verzierungen.

Benötigt werden etwa 3m Stoff, am besten feinen Leinen. Wenn es nicht ganz so authentisch sein soll, dann tut es auch Baumwolle, die bekommt man leichter. In der folgenden Anleitung kann man alle Abbildungen vergrößern, um die Beschriftung lesen zu können.

Schnittmuster für Vorder- und Rückseite
Schnittmuster für Vorder- und Rückseite

Fangen wir mit den Vorder- und Rückteil an. Auf dem Bild rechts seht ihr die beiden Schnittmuster. Die Maße werden wie folgt ermittelt:

 

A - 1/2  Schulterbreite oder 1/4 Brustumfang

B - Schulterhöhe

C - Breite vom Ausschnitt (bei mir 12 cm)

D - Tiefe vom Ausschnitt (bei mir 8 cm)

E - Breite vom Ausschnitt (wie oben)

F - Tiefe vom Ausschnitt (bei mir 3 cm)

 

Ihr könnt mit den Maßen ruhig großzügig sein, da die Cotte auch nicht zu eng sitzen sollte. Das gilt auch für den Ärmelansatz, da bei dem Schnitt die Ärmel gerade angesetzt werden, ohne Armkugel und ähnliches. Die Naht unterhalb der Ärmel kann bis zur Hüfte gehen oder ganz weggelassen werden. Bei mir ist sie etwa 15 cm lang. Unterhalb dieser Naht wird eine Gehre eingesetzt. Erst einmal müssen beide Teile mit den Außenseiten, also links auf links, aufeinander gelegt werden. Nun die beiden Seitennähte und die Schulternäht heften und am besten noch einmal anprobieren, ob auch alles passt. Dann alles zusammen nähen.

Schnittmuster für die Gehre
Schnittmuster für die Gehre

Nun kommen wir zur Gehre. Diese ist ein Keil der seitlich eingenäht wird, damit das Kleid unten weiter wird und schöner fällt

 

G - Länge vom oberen Anfang der Gehre, also unter der Seitennaht, bis zum Saum

H - Breite

 

Die Breite hängt davon ab, wie weit das Kleid werden soll. (Bei mir sind Vorder- bzw. Rückteil und die Gehren etwa gleich breit, aber mein Gewand ist auch recht eng geschnitten.) Nun werden die beiden Gehren seitlich an den, in der oberen Abbildung markierten (Gehrenansatz), Kanten links auf links angeheftet. Man muss an den Stellen, wo Vorder- und Rückteil wieder zusammen laufen, etwas aufpassen. Am besten ihr dreht das Gewand, wenn ihr alles fertig geheftet habt einmal auf rechts und schaut, dass die Nähte schön verlaufen und sich keine Wülste oder so etwas bilden. Nun kann alles genäht werden. Dann solltet ihr alles veräubern und ggf. die Nahtzugaben abschneiden.

Schnittmuster für die Ärmel
Schnittmuster für die Ärmel

Jetzt fehlen noch die Ärmel. Auch hier gilt wieder: großzügig mit den Maßen umgehen.

 

I  - Ärmelweite am Schulteransatz

J - Armlänge (etwa bis zum Handgelenk)

K - Umfang am Handgelenk.

 

Wenn ihr die Ärmel recht eng machen wollt, müsst ihr aufpassen, dass ihr am Ellenbogen noch genügend Bewegungsfreiheit habt. Die lange Ärmelnaht heften und am Kleid noch einmal schauen, ob der Ärmel auch richtig sitzt. Dann nähen und versäubern. Anschließend den Ärmel einfach an die Schulteröffunungen heften, festnähen und veräubern. Dann noch das Ende der Ärmel säumen. Wenn ihr möglichst authentisch sein wollt, solltet ihr darauf achten, dass die Ärmelnaht hinten und nicht wie heute üblich unten verläuft.

Die letzte, etwas kiffelige Stelle ist der Kragen. Hierfür benötigt ihr entweder Schrägband, oder ein Stück Stoff mit der Form eures Halsauschnittes und einer Breite von ca. 3 cm. Ihr wendet das Kleid auf rechts, also die Außenseite nach außen. Dann legt ihr das Schrägband/den Stoff an die Kante von Halsausschnitt an und näht es dort fest. Alle Kanten die es gibt versäubern. Jetzt wird das Stoffstück nach innen geklappt und erstmal festgesteckt. Nun muss noch knapp an der Kante entlang genäht werden und fertig ist der Kragen. Wenn ihr den Kragen vor dem Nähen noch einmal bügelt erleichtert ihr euch die Arbeit und das Ergebnis wird schöner. Damit das ganze besser hält und nicht dauernd wieder nach außen klappt, kann man mit einem Abstand von etwa 1 cm zum Rand noch eine Ziernaht anbringen, oder das ganze nochmals festnähen und die Naht unter einer Borte verstecken. Zum Schluss noch schauen, ob die Länge des Kleides stimmt und dann unten säumen.

~ fertig ~