Der Bliaut

Der Bliaut ist ein Gewand aus dem 12 Jahrhundert und wird über der Cotte getragen.  Auch der Bliaut wurde von Männern und Frauen getragen, allerdings in unterschiedlichen Ausführungen. Bei Frauen war er meist bodenlang und mit einer Schleppe, bei Männern ging er etwa bis zur Wade. Die hier vorgestellte Variante ist nur für Frauen gedacht. Sie ist etwa knöchel- bis bodenlang (je nachdem, wie eng man die Schnürung zu zieht) und ohne Schleppe. Einige Bilder dazu könnt ihr in der Gaderobe finden. Für die Herren unter Euch kann ich auch ein Schnittmuster ausarbeiten, wenn dies gewünscht wird.

Benötigt werden etwa 4 m Stoff, der nicht zu dick sein darf, sonst sieht die Schnürung nicht gut aus. Ich habe einen dünnen und vor allem weichen Leinenstoff gefunden. Die Abbildungen in der Anleitung kann man vergrößern, um die Schrift besser lesen zu können.

Schnittmuster für Vorder- und Hinterteil
Schnittmuster für Vorder- und Hinterteil

Die Maße für die Schnittmuster werden wie folgt ermittelt.

 

A - Schulterhöhe

B - Tiefe vom Ausschnitt vorn (bei mir 10 cm)

C - Tiefe vom Ausschnitt hinten (bei mir 5 cm)

D - Breite vom Ausschnitt (bei mir 14 cm)

E - Breite der Schultern

H - 1/4 Brustumfang

I - 1/4 Taillenumfang

J - 1/4 Hüftumfang

K - 1/4 Saumweite

 

Die Partie zwischen den Linien H und J wird bei diesem Kleid verlängert, damit sich ein schöner Faltenwurf um die Taille ergibt.. Das heißt ihr gebt hier mindestens 5 cm an Länge hinzu, dass muss dann auch bei der Schulterhöhe mit dazu gerechnet werden. Vorder- und Rückteil werden nun aufeinander gelegt und an den Schultern und an den Seiten unterhalb der Taille zusammen genäht und versäubert. Oberhalb der Taille bleiben die Seiten  offen, da dort später die Schnürung hin kommt. Ihr könnt diese noch ein wenig verstärken, das funktioniert ähnlich wie beim Kragen. Ihr nehmt also wieder ein Stück Stoff, diesmal aber 5 cm breit, und legt es von außen auf die Seitenöffnungen, nun näht ihr es fest, versäubert alles und klappt es nach innen. Dann noch einmal dicht an der Kante entlang nähen und dann ist das auch schon geschafft. Passt aber auf, dass es nicht zu dick wird.

Die lange Ärmelnaht schließen, versäubern und die Ärmel an den Schulteransatz vorsichtig anheften und anprobieren, ob sie richtig sitzen. Wer es möglichst authentisch haben will, sollte die Ärmel so arbeiten, das die Ärmelnaht hinten und nicht unten am Arm verläuft.Wenn die Ärmel angenäht sind noch die Naht versäubern und den Ärmelsaum nähen.

Nun ist das schlimmste eigentlich schon geschafft. der Kragen wird genauso gearbeitet wie bei der Cotte. Dann muss nur noch unten gesäumt werden. Wenn das auch fertig ist kommt die Schnürung an die Reihe. Überlegt euch am besten vorher wie viele Löcher ihr braucht. Dann die Löcher mittels Lochzange hineinstanzen und versäubern. Die Kordel einfädeln.

~ fertig ~